DJS Geschichte

Die Geschichte der DJS beginnt im Jahr 1949 mit vier Schülerinnen und 17 Schülern. Sechzig Jahre später feiert die älteste deutsche Journalistenschule Jubiläum: Mit 2026 Absolventen und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die wichtigsten Stationen der DJS auf dem Weg in die Gegenwart.

1949 – Ausschreibung der ersten Lehrredaktion

Anfang des Jahres gründet Werner Friedmann, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und Herausgeber der Abendzeitung das „Werner-Friedmann-Institut”, die erste unabhängige Journalistenschule in Deutschland.

Auf die Ausschreibung in der Abendzeitung melden sich 1700 Bewerber aus ganz Deutschland, am Ende werden 4 Frauen und 17 Männer als erste Schüler der praktischen Ausbildungsstätte für Journalisten in der jungen Bundesrepublik ausgewählt. In der Gründungssatzung heißt es zum Zweck des Vereins: „Der Verein will den journalistischen Nachwuchs in Deutschland unentgeltlich ausbilden und fördern. Er versucht auf diese Weise, der deutschen Publizistik im Geiste demokratischer, unabhängiger Gesinnung und europäischer Tradition neue Wege zu eröffnen.”

Auf dem Stundenplan stehen vormittags redaktionelle Tätigkeiten, am Nachmittag praktische Kurse in Stenografie, Schreibmaschine schreiben und Englisch. Insgesamt dauert die Ausbildung zwei Jahre. Später werden die Lehrredaktionen auf ein Jahr verkürzt.

1959 – Vereinsgründung Deutsche Journalistenschule e.V.

Während der Jahresversammlung des Bundesverbandes der Zeitungsverleger im Ullstein-Haus in Berlin wird am 17. September der Trägerverein gegründet. Die Gründungsmitglieder sind neben dem Ullstein-Verlag die Main-Post, die Nürnberger Nachrichten, der Münchner Merkur, die Süddeutsche Zeitung, die DIMITAG (Dienst mittlerer Tageszeitungen), der Deutsche Journalistenverband und die ARD. Es dauert noch zwei Jahre, bis die Schule unter dem bisherigen Leiter des Werner-Friedmann-Instituts, Rolf Meyer, mit ihrer Arbeit beginnen kann.

1961 – Schulbeginn am Altheimer Eck

Am 3. November 1961 beginnen die 15 Teilnehmer – sieben Frauen und acht Männer – der ersten Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule ihre Ausbildung. Gleichzeitig wird das neue Schulhaus am Altheimer Eck 3 eingeweiht. Die Schule hat nun neben einem Fotolabor erstmals auch ein Hörfunkstudio. Zunächst ziehen auch Bildarchiv und Übersetzungsbüro der Süddeutschen Zeitung als Untermieter mit ans Altheimer Eck.

1963 – Franz Hugo Mösslang wird neuer Schulleiter

Der ehemalige Chefredakteur der Illustrierten Quick wird gleichzeitig Schulleiter der DJS und Chefredakteur der vom Süddeutschen Verlag herausgegebenen Zeitschrift Epoca. Im Stundenplan werden die 120 Geschichtsstunden auf 40 gekürzt. Dafür geht es jetzt um Kriminalistik, Regionalpresse und Bildjournalismus. Die allgemeinen Vorlesungen werden auf Atomphysik, Kybernetik, Soziologie und Psychologie verteilt.

1965 – Schülerzahl verdoppelt

Mit der vierten Lehrredaktion können 30 Schüler in zwei Klassen mit der Ausbildung beginnen. Möglich wird dies, weil nun das Land Bayern zum ersten Mal die Schule fördert. Gleichzeitig wird der Unterrichtsstoff erweitert und die Dauer der Lehrredaktion auf 15 Monate verlängert. Auf dem Stundenplan stehen jetzt auch je ein Monat Hörfunk und ein Monat Fernsehen. Im zweiten Halbjahr finden nicht mehr drei, sondern nur noch zwei auf je drei Monate verlängerte Hospitanzen statt. So kann in den Redaktionen intensiver mit den Journalistenschülern gearbeitet werden.

1971 – Neuer Chef Jürgen Frohner

Der stellvertretende Chefredakteur der Abendzeitung übernimmt die Schulleitung. Er wird die DJS 25 Jahre lang leiten. Der neue Schulleiter überarbeitet den Lehrplan. Das Ergebnis: noch mehr Praxis und keine allgemein bildenden Fächer mehr.

1974 – Neuer Modellstudiengang Journalistik

Die DJS und das zeitungswissenschaftliche Institut der Universität München bieten in einem Modellversuch den Modellstudiengang Journalistik für eine DJS-Klasse an. In acht Semestern werden Wissenschaft und Praxis gekoppelt: praktische Redakteursausbildung an der DJS, gesellschafts- und kommunikationswissenschaftliche Grundlagen an der Universität. Der Modellversuch „Berufsbezogener Studiengang im Bereich Kommunikationswissenschaft” ist auf fünf Jahre angelegt.

1977 – Zwei Uni-Klassen

Vor dem Hintergrund verstärkter Nachfrage verdoppelt die Universität die Anzahl der Ausbildungsplätze. Mit der 16. Lehrredaktion können 30 Studenten die Ausbildung an DJS und Universität beginnen. Zusammen mit der Kompaktklasse gibt es nun drei Lehrredaktionen mit insgesamt 45 Schülern.

1979 – Dipl. jour. regulär

Der „Münchner Modellversuch” wird von allen Seiten positiv beurteilt und in einen regulären Diplomstudiengang verwandelt. Das mit dem neunsemestrigen Studium verzahnte Lehrpensum der Schule ist aufgeteilt in vier Blöcke und zwei Praktika, die die Studenten hauptsächlich in den Semesterferien absolvieren.

1985 – Redaktionssystem statt Schreibmaschinen

Das elektronische Zeitalter in der Presseausbildung beginnt mit vier Arbeitsplätzen des Redaktionssystems Atex. In den folgenden zwei Jahren werden die Plätze auf 15 ergänzt. Während der Zeitungswochen haben nun alle Mitglieder einer Lehrredaktion einen elektronischen Arbeitsplatz.

1989 – Burda Journalistenschule zu Gast

Mit 15 Teilnehmern startet der Burda Verlag eine eigene Journalistenschule. Der Verlag beschließt, die überbetriebliche Ausbildung der DJS zu übertragen. Die Burda-Journalistenschüler verbringen insgesamt dreieinhalb Monate am Altheimer Eck.

1990 – Deutsche Einheit auch an der DJS

Am 9. November 1989 fällt die Mauer. Weil das Aufnahmeverfahren für das Jahr schon abgeschlossen ist, schreibt die DJS im Januar 1990 eine zusätzliche Prüfung für Teilnehmer, die ihren ständigen Wohnsitz in der DDR haben, aus. Nach der Prüfung am 23. Juli werden acht zusätzliche Schüler aus der DDR aufgenommen.

1991 – Gründung des Förderkreises

Absolventen, Journalisten und Freunde der DJS entschließen sich zur Gründung des Förderkreises. Ihre Jahresbeiträge und Geldspenden helfen, die Technik der Schule auf dem neuesten Stand zu halten. Auch für Stipendien an bedürftige Schüler der DJS stellt der Förderkreis Geld zur Verfügung. Zudem organisiert er Hintergrundveranstaltungen mit prominenten Gästen aus dem Medienbereich. Inzwischen hat der Verein mehr als 1200 Mitglieder.

1994 – Neue Chefin Mercedes Riederer

Mercedes Riederer, seit 1985 Stellvertretende Schulleiterin, übernimmt von Jürgen Frohner die Schulleitung. Frohner bleibt aber Geschäftsführer der DJS.

1995 – Moderne Zeitungsproduktion

Der „Newsroom” der DJS wird von Atex auf Hermes (Unisys) umgerüstet. Insgesamt stehen jetzt 45 miteinander vernetzte Arbeitsplätze zur Verfügung. Jeder Schüler hat nun einen PC-Arbeitplatz.

1997 – Ära Frohner geht zu Ende

Jürgen Frohner verabschiedet sich nach über 25 Jahren auch als Geschäftsführer von der DJS. Neuer stellvertretender Schulleiter wird Sven Szalewa. Der Systemmanager der Abendzeitung sorgt nun dafür, dass die DJS-Produktionen ohne technische Pannen ablaufen.

1998 – Digitale Bilder

Neues Zeitalter bei Fernsehen und Fotografie. Die Firma Olympus stiftet der Schule zum 50jährigen Bestehen die Ausrüstung einer Lehrredaktion mit 15 digitalen Kameras. Bearbeitet werden die Fotos digital und direkt im Layout auf dem Bildschirm. Das Fotolabor im Keller kann aufgelöst und in einen AVID-TV-Schneideraum umgebaut werden.

2000 – Digitalisierung abgeschlossen

Im Sommer werden für die Hörfunkausbildung fünf DIGAS-Workstations installiert. Dieses digitale Schnittprogramm wird von den führenden Radiostationen verwendet, so dass die Schüler bestens auf den Berufsalltag vorbereitet werden. Seit Juli bietet jeder PC-Arbeitsplatz einen Zugang zum Internet.

2002 – Neuer Chef Ulrich Brenner

Ulrich Brenner, Mitglied der 11. Lehrredaktion, ehemaliger Redakteur der „Stuttgarter Zeitung”, Stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift „natur” sowie des „SZ-Magazins” und Redaktionsleiter des „BMW Magazins”, wird am 1. August neuer Schulleiter.

Die Ausbildungspläne im den Blöcken Hörfunk und Fernsehen werden gründlich überarbeitet und den Bedürfnissen in den Sendern angepasst.

2003 – Aufbaustudiengang löst Diplomstudiengang ab

Seit dem Wintersemester 2003/04 gibt es in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität den neuen Aufbaustudiengang „Praktischer Journalismus”. Die Ausbildung dauert drei Semester und löst den bisherigen neunsemestrigen Diplomstudiengang ab, den die Universität nach der Umstellung auf Bachelor-/Master-Abschlüsse nicht mehr anbietet. Zwei Jahre lang wird jeweils nur eine Lehrredaktion des Aufbaustudiengangs an der DJS aufgenommen, die zum Wintersemester mit der Ausbildung beginnt. Seit 2005 sind es zwei Klassen, von denen eine im Wintersemester und die andere im Sommersemester startet.

2008 – Masterstudiengang Journalismus

Der 2003 eingeführte Aufbaustudiengang wird in einen Masterstudiengang Journalismus umgewandelt. Mit diesem Angebot richten sich DJS und Universität München an Bewerber mit abgeschlossenem Universitätsstudium (Bachelor). DJS und LMU bieten jährlich 30 Plätze an.

2009 – 60-jähriges Jubiläum

Mit einem großen Festakt im Münchner Prinzregententheater feiert die DJS ihr 60-jähriges Bestehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die Festansprache. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer spricht ein Grußwort, Oberbürgermeister Christian Ude überreicht einen Nachwuchsjournalistenpreis.

2011 – Schulleiterwechsel: Uli Brenner geht – Jörg Sadrozinski übernimmt

Uli Brenner, Schulleiter seit 2002, geht in den Ruhestand. Jörg Sadrozinski, zuvor Chef von tagesschau.de in Hamburg, wird sein Nachfolger. Im Oktober/November beginnt der “Jubiläumsjahrgang”, die 50.Lehrredaktion, ihre Ausbildung.

2012 – Umzug in die Hultschiner Straße 8

Nach mehr als 50 Jahren am Altheimer Eck verlässt die Schule das Gebäude in der Münchner Innenstadt und zieht in den 4.Stock des Hochhauses des Süddeutschen Verlags im Münchner Osten.