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31. Oktober 2012

DJS Förderkreistreffen 2012

Rund 120 Gäste kamen zum diesjährigen Förderkreistreffen der DJS im SZ-Hochhaus. Einer der Höhepunkte war die  Verleihung des Helmut-Stegmann-Preises 2012Laudator Kurt Kister überreicht Julia Prosinger die Urkunde.

Preisträgerin ist Julia Prosinger. Ihre Reportage „Plädoyer für den Teufel“ erschien im August 2011 im Spiegel.  Als Laudator lobte SZ-Chefredakteur Kurt Kister die Arbeit Julia Prosingers als besondere journalistische Leistung sowohl in Recherche als auch im Stil. Sie schreibe „nüchtern und vor allem unschwurbelig“, sagte Kister und fügte hinzu: „Sie drängt uns zum Beispiel keine psychologisierenden Erklärungen auf und behelligt uns auch nicht mit Grundsätzen ihrer Privatphilosophie.“

Der preisgekrönte Text entstand während Prosingers Praktikum beim Spiegel. „Immer, wenn ich über die Tribunale in Den Haag gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum da keine Anwälte vorkommen“, sagt Julia Prosinger. „Liegt es daran, dass man sie mit ihren Mandanten, den Teufeln, gleichsetzt? Warum können wir im nationalen System akzeptieren, dass einem Angeklagten der beste Verteidiger zusteht, egal, was er verbrochen haben soll, scheinen es aber bei Völkerstraftaten nicht zu akzeptieren? Cordt Schnibben vom Spiegel hat mich hinfahren lassen, so entstand die Geschichte.“

Ein Artikel, den unser Berufsstand braucht
Wie Laudator Kurt Kister betonte, ist der daraus entstandene Artikel nicht nur wichtig für seine Autorin oder den Spiegel. Es sind solche Artikel, die der ganze Berufsstand braucht. „Wenn die jungen Leute, und das können durchaus auch in Ausnahmefällen 61-jährige Reporter sein, nicht von dieser Mischung aus Chuzpe, Lust am Schreiben, Eitelkeit und neugieriger Routine angetrieben würden, dann stünde es wirklich so schlecht um unseren Beruf wie dies Verleger und Geschäftsführer manchmal behaupten.“

Zum dritten Mal war der BJV Träger des Preises und stiftete das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro.