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12. November 2014

Linktipps: Toleranz, Gleichberechtigung, Sprache

Themenwoche Toleranz

Gut gemeint ist sie ja sicherlich, die Themenwoche bei der ARD zum Thema Toleranz. Aber dann gleich so starten wie der Hessische Rundfunk in seinem Ankündigungstext? Zitat: „Ist sich das knutschende schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wie viel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?“ Warum solche Formulierungen gar nicht gehen und wie man als Fernsehsender das Thema sonst noch behandeln könnte, erklärt Norbert Blech auf queer.de. Auch süddeutsche.de fährt gerade eine Projektwoche zu Toleranz, Vorurteilen und Alltagsrassismus.  Die Redaktion lässt einen echten Sachsen zu Wort kommen, dessen einzige Verfehlung es ist, schwarz zu sein.

Gleichberechtigung

Eine ehrgeizige Aufgabe hat sich Kristina Lutz gestellt. Auf change.org startete sie eine Petition zur Abschaffung des BILD-Girls. Denn das Frauenbild, das die Zeitung dadurch verbreitet, sei „respektlos und menschenunwürdig“. Täglich würden Frauen in BILD auf ihr Äußeres und ihre Sexualität reduziert. Man muss keine Medienkompetenz-Seminare besucht haben, um zu sehen: Da könnte was dran sein. Auf Gleichbehandlung pocht auch Jessica Valenti vom Guardian: „we want to normalize women’s bodies“ – vorausgegangen ist die Debatte darum, warum soziale Medien Fotos von weiblichen Brüsten unbesehen löschen, Bilder von männlichen Brustwarzen hingegen nicht.

Sprache, Sprache, Sprache

Früher: Da war in den Zeitungen mehr Platz, Reporter flogen erster Klasse und Mut zu ausgefallenen Geschichten war da. Die Leser waren klüger und konnten besser verstehen, was die hochbegabten Journalisten an wohlgeformten Texten auf Papier gossen. Heutige Journalisten und solche, die es werden wollen, schreiben allenfalls noch SMS. Oder? Gerade, was die Sprachkompetenz angeht, räumt der Guardian mal mit ein paar Mythen auf. Den ewigen Krittlern und Nörglern darf man auch mal etwas entgegenhalten. Randall Munroe von xkcd.com tut dies in Bildern, Forscher von der Freien Universität Berlin dagegen zeigen wissenschaftlich, dass das Deutsche von seinem Verfall weit entfernt ist. Früher war eben manches besser, vieles aber auch einfach nur anders.