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21. August 2013

Am Strand der Selbstoptimierung: Unser Magazinthema in anderen Medien

Selbstoptimierung. Ein Wort, ein Ziel, ein Gefühl, das dich von hinten packt, an deinen Schultern zerrt und zu Boden wirft, nur um dich in Versuchung zu führen. Komm, du willst es doch auch. Besser werden, höher springen, schneller laufen, weiter fliegen.

 

Die beiden Masterklassen der 51. Lehrredaktion haben im Juli an ihren Abschlussmagazinen des Printblocks gearbeitet. Wir, die 51B, haben Tage und Nächte mit der Arbeit an unserem Magazin EGO verbracht – einem Heft über Selbstoptimierung und Menschen, die sich selbst weiterbauen. Der Claim: „Das Projekt bin ich“. Vor knapp vier Wochen präsentierten wir unseren Mitschülern, unseren Dozenten und der Schulleitung das Ergebnis unserer Arbeit: Fast 80 Seiten voller Geschichten über Menschen, die sich To-do-Listen fürs eigene Leben schreiben, sich durch einen Partner selbst vervollkommnen wollen oder sich zu Cyborgs umbauen lassen, um körperliche Defizite auszugleichen.

Mit dem Magazin haben wir ein Thema aufgegriffen, das auch uns selbst, Studenten im Alter zwischen 23 und 31 Jahren, unmittelbar betrifft – den Druck von außen, möglichst qualifiziert ins Berufsleben zu starten und den inneren Antrieb, an sich selbst zu arbeiten und sich zu verändern. Natürlich beschäftigt das nicht nur uns. Bereits zu Beginn unserer Zeit mit EGO haben wir das zu spüren bekommen, als ZEIT Campus eine Überschrift im Heft führte, die so nur wenige Tage zuvor wortwörtlich in einem unserer ersten Konzeptionstreffen erdacht wurde. Plagiat? Gedankenübertragung? Ein Leak? Wohl kaum. Genauso wenig, wie man heutzutage die Idee für ein benzinbetriebenes, autoähnliches Fahrzeug auf vier Gummireifen als Innovation verkaufen kann, so selten kann ein Journalist für sich beanspruchen, als Erster eine Dachzeile, einen Titel oder gar ein ganzes Heftthema erdacht zu haben.

Ein Thema, das nicht nur uns beschäftigt

Die ZEIT hat die Selbstoptimierung zum Titelthema ihrer Ausgabe 33/2013 auserkoren und sich „Ich, Ich, Ich“ auf das Cover geschrieben. Die Geschichte „nimmt Bezug auf eine neue Bewegung, die Millionen von Menschen erfasst hat“, erklärt ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im Vorstellungsvideo der Ausgabe. Nur zwei Wochen nach Fertigstellung unserer ersten eigenen Sandburg, unserem EGO-Magazin, setzten die Kollegen aus Hamburg ihre daneben – auf den ersten Blick irgendwie ähnlich, auf den zweiten merkten wir: Wir haben mit unserem Thema einen Nerv getroffen.

Zwölf Tage nach Erscheinen der ZEIT hat ein weiteres Leitmedium seine Burg an unserem Selbstoptimierungsstrand fertiggestellt: Seit gestern liegt die Ausgabe 3/2013 von Spiegel Wissen am Kiosk, einem Magazin, das jeweils monothematisch ein Thema behandelt. Das Thema in dieser Ausgabe? Selbstoptimierung. Das „Ich, Ich, Ich“ der ZEIT klang bereits ein bisschen wie EGO nun bekommt auch unser Claim Konkurrenz. „Projekt Ich. Neue Strategien für ein besseres Leben“ heißt es auf dem Titel von Spiegel Wissen. In seiner Pressemitteilung zum Heft schreibt der Verlag:

Es geht ja auch darum, mithalten zu können im Wettbewerb, der um spannendere Jobs genauso geführt wird wie um attraktivere Partner. Wie groß ist der Druck, den das kapitalistische Wirtschaftssystem auch auf die Privatsphäre ausübt? Die neue Ausgabe von SPIEGEL WISSEN geht diesen Fragen nach und stellt ausführlich dar, wie das projekthafte moderne Leben aussieht: Was bedeutet persönliche Weiterentwicklung, und wie entgeht man der Gefahr, auf dem Weg zur Selbstverbesserung in zwanghaftes Ego-Tuning abzugleiten?

Ganz ohne Befürchtungen, unser Magazin an ZEIT und Spiegel-Verlag messen zu müssen, sind wir nicht – die Kollegen von Spiegel Wissen werden sich aber wahrscheinlich mehr über den ZEIT-Titel geärgert haben als wir. Unser EGO erscheint in vier Monaten. Jung, frech, mit Themen, die über ständige Selbstkontrolle und Schönheitsoperationen hinausgehen. Ob Sandburgen im Dezember noch jemanden interessieren, wissen wir nicht. Selbstoptimierung wird jedoch auch dann noch relevant sein. Denn an diesem Strand geht es endlich mal nicht nur nach dem Besten, Schönsten und Höchsten.  Da haben die einen die Pyramiden von Gizeh, die nächsten die Akropolis und wir eben das Taj Mahal gebaut: Selbstoptimierung hat uns alle beschäftigt, doch jeder hat das Thema ein bisschen anders behandelt. Mach dir selbst ein Bild davon, wie wir es gemacht haben. Ab Dezember – in EGO, dem Abschlussmagazin der 51B.