Radio

Mic-Check: Zur Radioausbildung gehören Sprechtraining, Moderationsübungen und eine selbstgefahrene Sendung.

Mic-Check: Zur Radioausbildung gehören Sprechtraining, Moderationsübungen und eine selbstgefahrene Sendung.

Nach der Print-Ausbildung gilt zwei Monate nur das gesprochene Wort, denn nun steht Hörfunk auf dem Programm. Weil das Radio eine andere Sprache erfordert als die Texte für Zeitungen oder Zeitschriften, trainieren die Schüler, verständlich für den Hörfunk zu schreiben und zu sprechen. Die Dozenten sind erfahrene Radiomacher aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.

Wer im Radiojournalismus erfolgreich sein will, muss die Technik beherrschen: das Mikrofon still halten, sich aus dem Wind drehen, gleichzeitig die Knöpfe am Aufnahmegerät bedienen und dann noch intelligente Fragen stellen. Das wird erstmal trainiert. Wenn dann die Technik in Fleisch und Blut übergegangen ist, ziehen die Schüler mit Mikro und Aufnahmegeräten los in die Fußgängerzone oder zu Presseterminen. Sie holen O-Töne ein von der Verkäuferin am Viktualienmarkt, befragen Geheimdienst-Experten, führen Interviews mit dem Oppositionsführer im Landtag (der auch schon mal als Übungsobjekt in die Schule kommt) oder sprechen mit dem Bundesliga-Profi am Rande des Trainings.

Schneiden, Sprechen, Senden: Beim Radio ist jeder selbst für die Technik verantwortlich

Schneiden, Sprechen, Senden: Beim Radio ist jeder selbst für die Technik verantwortlich.

In der DJS steht die Hörfunk-Technik einer ganzen Radiostation. Die Schüler können loslegen wie die Profis: Mischpult, Mikrofone und ein digitales Schnittsystem mit fünf Plätzen sind vorhanden. Hier wählen die Schüler
aus den einzelnen Aufnahmen die geeigneten Stellen aus, unterlegen sie mit Musik und sprechen Texte ein. Geschnitten wird mit dem „DIGAS-System“, das die großen Funkhäuser auch verwenden. Wer auf der DJS war, beherrscht dieses System.

Vom Moderator zum Aufnahmeleiter

Im Studio produzieren die Schüler eigene Sendungen in wechselnden Rollen, als Redakteure, Aufnahmeleiter, Moderatoren, Interviewer oder Reporter. Sie präsentieren Nachrichten, Umfragen, Korrespondentenberichte, sprechen den Wetterbericht und moderieren Studiodebatten. Jeder übt live, was beim Radio oft am schwierigsten, aber immer am wichtigsten ist: den Umgang mit Hörern, die schnell abschalten, wenn sie nicht spannend informiert oder unterhalten werden.

Kollegengespräch und Doppelmoderation: In den Radiomagazinen sollen die Schüler möglichst viele Ausdrucksformen einsetzen

Kollegengespräch und Doppelmoderation: In den Radiomagazinen sollen die Schüler möglichst viele Ausdrucksformen einsetzen.

Jede Klasse produziert während des Hörfunkblocks mehrere komplette Sendungen: Ein aktuelles Wochenmagazin, eine Kultursendung und zwei einstündige Abschlussmagazine, für die die Schüler das Format frei wählen. Wenn die Sendungen gefahren werden, mischen sie Musik, Moderation, Interviews, Reportagen, Kommentare für ein virtuelles Publikum ab. Denn einen Unterschied zu den großen Radiostationen gibt es: Aus dem DJS-Studio kann nicht gesendet werden. Allerdings geht die CD mit dem Abschlussmagazin an den Münchner Ausbildungssender afk, zu dessen Trägern die Journalistenschule gehört. Jeder, der in München dann die Frequenz 94,5 einstellt, hört, was die Journalistenschüler produziert haben.

Wer in den zwei Monaten Lust bekommen hat, nach der Schulzeit öfters „on air“ zu gehen, absolviert einfach eines seiner Praktika in einem Radiosender. Wie einst Günter Jauch beim Bayerischen Rundfunk.

Menschen in München

Podcasting

Hier können Sie Podcasts hören, die die Schüler der Lehrredaktionen, zusammen mit unserer Dozentin Larissa Vassilian, produziert haben: Menschen in München