Fernsehen

Kamera läuft! Wer sich selbst an die Technik traut, kann später auch gezielter in einem TV-Team arbeiten.
Tiefenschärfe, Blende, Weißabgleich und immer wieder der richtige Tonpegel: Die Fernsehausbildung ist zunächst einmal voller technischer Tücken. Verbannt aus dem heimeligen Hörfunkstudio unter dem Dach, finden sich die Schüler plötzlich im Keller der DJS wieder, im Kampf mit Kamera und digitalem Schnittprogramm. Zum Glück sind die Dozenten geduldige Erklärer, egal ob Kameramann oder Cutter.
In den acht Wochen der Fernsehausbildung produziert jeder Schüler mehrere Beiträge und die Klasse zwei komplette TV-Magazine – von der ersten Themenkonferenz bis zur fertigen Sendung. Das schafft neue Herausforderungen. Schließlich ist nicht jedes heiße Thema auch fernsehkompatibel. Lassen sich gute Bilder machen? Spricht die Hauptperson stotterfrei, wenn eine Kamera läuft? Und bei Außendrehs: Scheint die Sonne? Jedes Detail ist wichtig, und der Zuschauer sieht nur den fertigen Beitrag. Im Wohnzimmersessel interessieren Probleme beim Dreh leider herzlich wenig.

Einfacher als es aussieht: An sechs Rechnern in den Kellerräumen der DJS können die Schüler gleichzeitig an ihren Fernsehbeiträgen schneiden.
Die Schüler lernen die Möglichkeiten der Fernsehtechnik an Profikameras und -schnittpulten. AVID heißt das Schnittsystem, das die meisten großen Sender auch haben. Am Ende der Ausbildung müssen die Schüler keine perfekten Kameraleute oder Schnitt-Experten sein. Aber sie wissen, was die Technik kann. Das ist wichtig, wenn es später im Beruf mit Teampartnern Diskussionen gibt.
Fernsehausbildung an der Journalistenschule heißt Autor sein, Regisseur sein, Kameramann sein, Tonmann sein, Cutter sein. Jeder Schüler macht alles. Und noch etwas lernt man im TV-Block an der DJS: Verantwortung abladen geht nicht. Viele Beiträge werden in Gruppen produziert. Beim Fernsehmachen erleben die Schüler am intensivsten, was an der Journalistenschule immer groß geschrieben wird: dass gute Teamarbeit für guten Journalismus unabdingbar ist.
Schreiben, cutten, pudern…
Viele Facetten des TV-Journalismus stehen auf dem Stundenplan: auf Bilder texten, eingekauftes Filmmaterial bearbeiten, Gespräche führen, sich souverän vor der Kamera präsentieren. Mit dem Sendewagen vom Bayerischen Rundfunk geht es raus auf die Straße – zur Live-Berichterstattung vor Ort, mit dem Mikrofon in der Hand und dem Knopf im Ohr. Winken die Passanten? Bloß nicht stören lassen.

Letzter Trainingsdurchlauf: Auch die Abnahme eines TV-Beitrags sollte geprobt werden – schließlich wartet danach der nächste Auftrag.
Sind die einzelnen Beiträge endlich fertig, steht die Sendung noch lange nicht: Moderationen wollen geschrieben, der Moderator gepudert sein. Und Vor- und Abspann produzieren sich auch nicht von selbst – dabei trägt die „Verpackung“ einer Sendung doch entscheidend zu ihrem Erfolg bei.
Am Ende sitzen dann aber alle 15 Schüler gemeinsam auf der Couch und fiebern mit Chips und Bier und auch ein bisschen Stolz der Ausstrahlung ihres Abschlussmagazins entgegen. Der Ausbildungskanal afk-tv speist die Sendung in das Münchner Kabelnetz ein. Spätestens dann sind fast alle Mühen vergessen.