Werkstattgespräche
Mehrmals im Jahr sind renommierte und einflussreiche Journalisten in der DJS zu Gast und stehen offen für Fragen rund um die Branche zur Verfügung.
Es sind diese Momente an dem großen langen Tisch im „Flachbau” der DJS, in denen man eine Ahnung davon bekommt, wie alles einmal sein könnte. Berliner Büroleiter einer großen Tageszeitung oder Radio-Korrespondent in Tel Aviv oder Afrika-Reporter oder Leiter der wichtigsten Talk-Show Deutschlands: In den so genannten Werkstattgesprächen treffen die Schüler die Großen der Zunft und können sie ohne Scheu alles fragen: Wie sie wurden, was sie sind. Wie sie die Berufschancen in ihrem Medium sehen. Oder wie Journalisten mit den Zweifeln umgehen, die sie umtreiben. Da hört man dann auch, wie es ist, wenn man in die Schusslinie von Rebellen gerät und das eigene Leben auf einmal wichtiger ist als der richtige Einstieg in die Geschichte. Aber auch, welche Gefahren lauern, wenn die Kanzlerin einen zum Rotwein einlädt…
Er ist einer der erfolgreichsten Chefredakteure in Deutschland: Timm Klotzek, der Erfinder des Magazins NEON. Sein Handwerk hat der 36-Jährige auf der DJS gelernt. Am 15. Juli besucht er wieder einmal seine alte Schule und trifft sich mit den aktuellen Schülerinnen und Schülern zum „Werkstattgespräch“. Spannend: Klotzek hat gerade das neue Magazin NIDO entwickelt, ein Magazin für junge Eltern.

Timm Klotzek kommt zum Werkstattgespräch an seine alte Schule.
Solche Werkstattgespräche organisieren die DJSlerinnen und DJSler regelmäßig. BILD-Chef Kai Diekmann war kürzlich genauso da wie Bascha Mika, die Chefredakteurin der taz, oder Gabriele Fischer, die ihr Wirtschaftsmagazin brand 1 zu einem sensationellen Erfolg gemacht hat. Oder Christoph Süß, der kultige Kabarettist und Moderator des TV-Magazins „quer“, und der bekannte Wirtschaftsprofessor Hans Werner Sinn vom Ifo-Institut.Timm Klotzek ging nach der DJS zur damaligen SZ-Beilage „jetzt“, wurde dann deren Chefredakteur. Als die Süddeutsche „jetzt“ dicht machte, entwickelte er NEON. Das Medienportal meedia.de wollte im Mai 2009 von ihm wissen: „Was raten Sie eigentlich jungen Leuten, die sich fragen, ob sich Journalismus noch lohnt oder ob sie besser Techniker werden sollten?“ Klotzek antwortete: „Von der Gesamtlage her würde ich jedem raten, Techniker zu werden. Die Leute, die meinem Rat nicht folgen, sind im Zweifel dann die guten Journalisten. Und die werden auch in Zukunft gebraucht.“


