Danke, Tina!
Strenge Ermahnungen und Trost bei Liebeskummer
Rechtzeitig zur Begrüßung der 12. Lehrredaktion war Tina Giersberg am 1. Oktober 1973 im Schulhaus am Altheimer Eck angetreten. Zurzeit sind die 45 Schülerinnen und Schüler der 48. Lehrredaktion an der Schule, und im Herbst werden die 49er ihre Ausbildung beginnen, deren Aufnahmeprüfung Tina Giersberg noch mit organisiert hat. Es gibt kaum eine Redaktion in Deutschland, in der nicht Journalistinnen und Journalisten arbeiten, die einst ihre „Zöglinge“ waren. Für sie alle war sie mehr als die Sekretariatschefin und Assistentin der Schulleiter Jürgen Frohner, Mercedes Riederer und Uli Brenner: Sie war die „Mutter der Kompanie“. Bei ihr holten sich die notorischen Zuspätkommer strenge Ermahnungen ab, die Leute mit Kopfschmerzen ein Aspirin, und Trost gab es für die, die mit Liebeskummer zu ihr kamen.
Schulleiter, Dozenten, Schülerinnen und Schüler – die ganze DJS ist Tina Giersberg zu großem Dank verpflichtet.
„Die Journalistenmutter“
Richard Gutjahr, Mitglied der 32. Lehrredaktion und seit vielen Jahren TV-Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, besuchte Tina Giersberg mit seiner Kamera an ihrem Arbeitsplatz. Im dabei entstandenen Video erinnert sie sich an die langen Jahre an der DJS und die Begegnungen mit vielen jungen Journalistinnen und Journalisten. Das Video ist zu sehen auf Richie Gutjahrs Blog (http://www.gutjahr.biz/Gutjahr/Home.html), im Teaser schreibt er:
„Dieser Video-Blogpost ist einer Frau gewidmet, die schon die Stundenpläne für Günther Jauch, Sandra Maischberger oder Axel Hacke gemacht hat. Eine Frau, die in ihrer aktiven Zeit als Chefsekretärin sieben US-Präsidenten überdauert hat, vier Bundeskanzler, fast die Hälfte davon Helmut Kohl. 36 1/2 Jahre war sie an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München und hat in dieser Zeit knapp 1700 Journalistenschüler bei ihrer Ausbildung begleitet. Diese Woche feiert Tina Giersberg ihren Ruhestand.“
„Fühl dich gedrückt. Und drück hier drauf“
Die DJSler Michalis Pantelouris, Sascha Müller-Jänsch und Stefan Hille (der lange aus Russland berichtet hat), schalteten sich zu einer Videokonferenz zusammen und schickten das Ergebnis mit den folgenden Zeilen an Tina Giersberg:
Liebe, liebe, liebe Tina,
sich vorzustellen, in den dritten Stock der DJS zu kommen, und du sitzt nicht da, ist wie ein vegetarischer Hot-Dog ohne Röstzwiebeln: Es geht – aber wozu soll das gut sein?
Nun haben wir in der Sache nichts zu sagen, tun es aber selbstverständlich trotzdem: Wir sagen: Danke für alles! Und: Mach es gut!
Wir sehen uns spätestens zu den Jubiläen der Schule, hoffen wir mal, denn im Gegensatz zu dir wird sie ja älter.
Fühl dich drückt. Und drück hier drauf:
Tschüss sagt,
die 36 K
Von der AZ eine persönliche Zeitung
Am Vorabend ihres letzten Arbeitstages hat die DJS Tina Giersberg mit einem fröhlichen Fest in den Ruhestand verabschiedet. Florian Haas aus der aktuellen Klasse 48K schreibt dazu im Intranet der Journalistenschule:
„Alle waren sie da: Schulleiter, ehemalige Schulleiter, Dozenten – und Schüler der 12. Lehrredaktion, die zeitgleich mit Tina Giersberg im Oktober 1973 an der DJS begannen. Gut 70 Gäste kamen zum Abschiedsfest in den DJS-Flachbau. Und sie brachten Geschenke mit. Geschenke aller Art: warme Worte wie die ehemaligen Schulleiter Jürgen Frohner und Mercedes Riederer sowie der aktuelle DJS-Chef Uli Brenner; sie dankten Tina Giersberg für die langjährigen Verdienste und wünschten ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Die in der DJS ausgebildeten AZ-Redakteure übergaben eine ganz persönliche Abendzeitung („Danke, Tina!“), die aktuelle Kompaktklasse 48K überreichte eine Übungszeitung mit dem Namen “The Tina Tribune”, gegenüber dem reichhaltigen Buffet stapelten sich zu diesem Zeitpunkt schon die Geschenke.“

„Eine große Portion Menschlichkeit“
Viele Mails, Briefe und Blumen trafen in den Tagen vor dem Abschied bei Tina Giersberg und in der DJS ein. Stellvertretend hier die Zeilen, die Robert Jacobi (36A) aus Südamerika schickte:
Liebe Tina,
da ich momentan auf Reisen bin, kann ich mich nicht persönlich von Dir verabschieden. Das tut mir sehr Leid. Schade, dass Du gehst! Für mich ist die DJS ohne Dich gar nicht wirklich vorstellbar. Sowohl als Schüler als auch als Dozent habe ich den Austausch mit Dir immer sehr geschätzt, und noch viel wichtiger als Dein organisatorisches Talent fand ich, dass Du stets auf jeden Schüler einzeln eingegangen bist, obwohl es doch so viele waren über die Jahre! Da musste sich niemand nur als Nummer vorkommen. Also vielen Dank für diese große Portion Menschlichkeit, die alles andere als selbstverständlich ist. Es würde mich freuen, wieder von Dir zu hören!
Dein Robert
So werden es die allermeisten DJSlerinnen und DJSler empfunden haben.


